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Auch wir sind das Festival! Stimmen zur Geschichte des Locarno Film Festival
Das Locarno Film Festival ist das älteste Filmfestival der Schweiz: 1946 fand es zum ersten Mal statt. Im Laufe der Jahrzehnte hat dieses bedeutende kulturelle Ereignis die Region, die Filmszene sowie unzählige Menschen beeinflusst. Genauso wie all diese Personen auch das Festival mitgestaltet und geprägt haben.
Dennoch bleiben in den offiziellen Darstellungen zur Geschichte des Festivals wichtige Stimmen meist unerwähnt: die von (ehemaligen) Mitarbeitenden, Anwohner:innen, lokalen Kulturschaffenden, Festivalbesucher:innen oder Kleinunternehmenden.
Eine Vielzahl dieser Stimmen hat métraux& zusammen mit dem Historiker Cyril Cordoba zwischen 2024 und 2026 gesammelt. Eine Ausstellung im Innenhof des Museo Casorella in der ehemaligen Projektionskabine des Festivals sowie ein Rundgang durch die Stadt präsentieren gefilmte Interviews und Fotografien: Dieses Material gibt einen Einblick in bisher unbekannte Geschichten, verborgenes Wissen und unvergessliche Anekdoten zum Locarno Film Festival.
Erzählen bedeutet, eine Auswahl zu treffen
Wie fasst man 100 Stunden Videomaterial in sieben rund 20-minütigen Videoclips zusammen? Wie können wir unser Verständnis der Geschichte des Locarno Film Festivals anhand von Erfahrungsberichten vertiefen? Das Team von piazza nostra hat sich mit 50 Personen unterhalten, die ganz unterschiedliche Hintergründe und Sichtweisen haben. Allen gemeinsam war, dass sie in den vergangenen 60 Jahren auf die eine oder andere Weise am Locarno Film Festival beteiligt waren.
Ziel dieses Vorhabens war es, die verborgenen Facetten der Festivalgeschichte zu beleuchten: die Arbeit hinter den Kulissen, die Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die gesellschaftliche Relevanz des Festivals und seine Bedeutung für die Region Locarno. Die Gespräche wurden in Form von halbstrukturierten Interviews geführt. Die Fragen an die Zeitzeug:innen bezogen sich auf ihren persönlichen Werdegang, ihre Verbindung zu der Veranstaltung und auf die Veränderungen, die sie im Laufe der Jahre beobachtet haben. Auch war vorgesehen, Raum für die Anekdoten, Emotionen und Erlebnisse der Teilnehmenden zu lassen.
Der Inhalt dieser 100 Interviewstunden wurde transkribiert. Nach sorgfältiger Durchsicht entwickelte das Projektteam rund ein Dutzend Erzählstränge, in denen die Interviews und erzählten Geschichten zusammengefasst werden konnten. Die Videos sind hier ersichtlich.


